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Scent Detection - Familienhunde lernen schnüffeln wie die Profis!

erschienen am 18. Juni 2018
Foto: Nicole Kammerer
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Mittlerweile gibt es für jeden Hund die richtige Nasenarbeitsvariante. In unserer dreiteiligen Serie zur Nasenarbeit stellen wir Ihnen drei Varianten vor. Im ersten Teil beschreibt uns Nicole Kammerer, was Scent Detection ist und wie man es trainiert.

Scent Detection (engl. Scent = Geruch, Detection = Erkennung), ist eine sehr junge Hundesportart, die in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist. In den USA und England gibt es Scent Detection bereits seit 2012 als Freizeithundesport mit einheitlichem Reglement und Prüfungen.

Es ist sehr eng angelehnt an die Arbeit von Drogenspürhunden bei Polizei und Zoll. Rauschgiftspürhunde lernen bis zu sieben verschiedene Gerüche auch in geringster Dosierung zu erkennen und anzuzeigen.

Die meisten Hundehalter wissen gar nicht, dass zu solchen Leistungen keineswegs nur Diensthunde in der Lage sind, sondern jeder Familienhund. Weder Größe noch Rasse sind dabei entscheidend – jeder Vierbeiner ist ein Genie, was seine Fähigkeiten zu riechen angeht.

Bei Scent Detection lernen Familienhunde exakt das Gleiche wie Drogensuchhunde, lediglich die Duftstoffe unterscheiden sich, denn der Familienhund sucht Düfte, die jeder Hundehalter problemlos besorgen kann: Kamille, Vanille, Pfefferminz, Anis, Nelke, Birke.
 
Bei der Scent Detection soll der Hund in verschiedenen Suchbereichen zuverlässig bis zu sechs Gerüche anzeigen, auch wenn diese in Verdünnung vorliegen oder gut verpackt sind. Folgende Suchbereiche gibt es:
 
Containersuche: Der Hund findet den Zielgeruch in Taschen, Geldbörsen, Kartons, Koffern, Plastikboxen, in der Kleidung von Menschen.
 
Innensuche: Räume, Lagerhallen, Scheunen, Baumärkte sind zu durchsuchen inkl. Schränke, Regale, Tische und Stühle. Hier soll der Hund dreidimensional suchen – am Boden, auf Nasenhöhe, über seiner Nase, zum Beispiel in hohen Regalen. Verstecke in Hochlagen finden Hunde nach einigem Üben problemlos, da die Schwerkraft Duftmoleküle nach unten fallen lässt.
 
Außensuche: Der Hund soll Gerüche in Straßenrillen, Wandritzen, Mauern, auf Freiflächen, an Lichtmasten finden.
 
Fahrzeugsuche: Verschiedene Fahrzeuge wie Autos, Fahrräder, Anhänger oder landwirtschaftliche Fahrzeuge sollen abgesucht werden. Der Geruch ist unter dem Wagen, am Reifen, in der Türnaht o. ä. versteckt.
 
Bunkersuche: Der Hund muss auch Gerüche finden, die unter der Erde versteckt sind.
 
Geruchsdifferenzierung: Der Hund soll aus einem Mischgeruch auch minimale Spuren des zu suchenden Geruches erkennen. Er soll z. B. in einer Tasche, die mit den verschiedensten Lebensmitteln gefüllt ist, dennoch den einen Tropfen Anisöl herausriechen und entsprechend anzeigen.
 
Ziel ist es, dass der Vierbeiner den gefundenen Geruch passiv anzeigt, d. h. nicht durch Bellen oder Kratzen, sondern idealerweise, indem er die Nase möglichst nahe an der Duft quelle platziert, dort ruhig verweilt, bis der Mensch ihn bestätigt.
 
Ein erster wichtiger Schritt bei der Suche nach Duftstoffen ist, dass der Hund lernt, alle anderen „Düfte“, auch Futtergeruch, zu ignorieren. Es ist dabei ist es sehr wichtig, dem Anfängerhund eine positive Emotion zu vermitteln in Bezug auf den Geruch. Er soll schnell eine „Wiedersehensfreude“ dem Suchgeruch gegenüber aufbauen.
 
So können Sie die Anzeige aufbauen:
Übung 1: Schalterübung – erster Schritt zur passiven Anzeige
 
Ziel: Der Hund soll lernen, Futter zu ignorieren und die andere Hand als „Schalter“ zu benutzen.

Nehmen Sie leckeres Futter in Ihre Hand, die andere hält einen Clicker. Der Hund sitzt ein paar Schritte entfernt ruhig vor Ihnen. Auf Ihr Freigabesignal hin darf der Vierbeiner zu Ihnen kommen und Ihre beiden geschlossenen Fäuste abschnüffeln. Sobald der Vierbeiner seine Schnauze in Richtung Clickerhand bewegt oder mit der Nase anstupst, bestätigen Sie mit dem Clicker und führen die Futterhand an den Clicker. Dort bekommt der Hund sein Futter.
 
Schalterübung1Präsentieren Sie dem Hund eine gefüllte Hand und eine Hand, in der nichts außer dem Clicker ist.   Schalterübung2Der Hund soll lernen, zu der leeren Hand zu schauen bzw. diese später auch zu berühren.    Schalterübung3Sobald der Hund zur leeren Hand schaut oder diese sogar berührt, wird geclickt und er bekommt das Futter aus der Futterhand herübergereicht.
 
So trainieren Sie die gezielte Suche:
Übung 2: Der Hund soll den Geruch suchen lernen
 
Nehmen Sie 3 Kartons und stellen Sie diese nebeneinander in den Raum. Bei aktiven Hunden sollten die Kartons innen mit einem großen Buch oder einem Stein beschwert werden, damit der Hund die Kartons nicht verschieben kann. In einen der Kartons platzieren Sie einen Kamillenteebeutel mit einem Leckerli darauf.

Der Hund darf zusehen, wie Sie den Deckel schließen. Schicken Sie den Hund los und loben Sie ihn ausgiebig, indem Sie ihm 3-5 schmackhafte Leckerlis geben, sobald der Hund sichtbar mit der Nase angezeigt hat, welcher Karton der richtige ist. Achten Sie darauf, dass der Hund nicht am Karton kratzt oder hineinbeißt. Später können Sie mehr Kartons dazunehmen und einen Karton mit einem einfachen Verleitgeruch bestücken, z. B. Haferflocken.
 
 KartonsStellen Sie drei Kartons auf und platzieren Sie in einem Karton den gewünschten Geruch und ein Leckerli drauf.      Kartons2Zeigt Ihr Hund den richtigen Karton durch Berühren und Warten an, wird geclickt und belohnt.
 
Scent-Detection-Hunde sollen langsam und ordentlich suchen. Ist der Aufbau des Trainings nicht korrekt, beginnen die Hunde hektisch und oberflächlich zu suchen. Versuchen Sie dies zu vermeiden, indem Sie die Übung ggf. einfacher gestalten.

Die Geruchssuche ist zudem ein sehr effektives Puzzleteil im Anti-Jagdtraining, denn Hunde haben enorme Freude daran, Duft spuren dauerhaft bis zur Geruchsquelle hin zu verfolgen. Mit Scent Detection haben wir die Möglichkeit, genau dieses lustvolle Suchen z. B. von der Wildspur auf andere Düfte umzulenken.

Die Suche erfordert ein hohes Maß an Teamarbeit zwischen Mensch und Hund. Wenn die Suchräume größer werden, z. B. in der Durchsuchung eines ganzen Raumes, muss der Mensch den Hund systematisch unterstützen, indem er genau darauf achtet, welche Bereiche der Hund vergessen hat abzusuchen. Der Mensch hilft also der Hundenase mit Taktik und Strategie, damit sie gemeinsam zum Sucherfolg kommen.
 
 

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Nicole Kammerer
Foto: Nicole Kammerer

Zur Person

Nicole Kammerer, Jahrgang 1969, hauptberufliche Hundetrainerin seit 1995, hat in Tübingen Sportwissenschaft studiert und sich bereits während des Studiums intensiv mit sportlichen Aktivitäten mit dem Hund beschäftigt, wie Agility, Hundefrisbee und Rettungshundearbeit. Als Pflegestelle verschiedenster Tierschutz- und Auslandshunde war ihr Interesse an artgerechter und wissenschaftlich fundierter Beschäftigung von Familienhunden schon immer groß. Über die Polizeidiensthunde ihres Mannes lernte sie 2015 die spezielle Form der Geruchssuche für Familienhunde kennen: Scent Detection, die sie mit drei eigenen Vierbeinern aktiv betreibt und hierfür neue Trainingskonzepte entwickelt hat. Für Scent Detection bietet sie in der Tübinger Hundeschule für interessierte Hundehalter und Trainer Kurse und Seminare an. Weitere Schwerpunktthemen ihrer Arbeit sind Agility Light für Familienhunde und das Training mit Angst- und Auslandshunden.

Kontakt

www.tuebinger-hundeschule.de

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BHV
Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V.
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65719 Hofheim

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